System zur Effizienzsteigerung und Assistenz bei Produktionsprozessen

Praxisrelevanz

20150519_103258Seit Anfang Mai werden in der GWW (Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH) mit Unterstützung eines Assistenzsystems Schraubzwingen montiert. Dabei montieren MitarbeiterInnen aus den Werken Sindelfingen und Holzgerlingen an einem vom Forschungsprojekt motionEAP entwickelten Montagearbeitsplatz mit Assistenzeinheit Schraubzwingen der Firma Bessey. Diese Projektwochen werden durch Frank Raschhofer (GWW) und durch die Hochschule Esslingen (Liane Bächler, Daniel Heybach und Andreas Bächler) begleitet.

 

20150519_143628Bisher montierten sieben GWW MitarbeiterInnen an dem Montagetisch, wobei diese jeweils einmal durch das Assistenzsystem (projizierte Lichtsignale) und einmal ohne Assistenzsystem (mit Bildern) angeleitet bzw. durch den Montageprozess geführt wurden. Bei der Durchführung mit Assistenzsystem übernimmt zusätzliche eine Tiefenkamera die Kontrolle der einzelnen Ablage- und Prozessschritte. Zurzeit arbeiten vorwiegend MitarbeiterInnen aus dem unteren Leistungsbereich am Montagearbeitsplatz.

 

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Ziel der Projektwochen ist es das Montageassistenzsystem in realer Produktionsumgebung mit leistungsgeminderten Mitarbeitern zu testen und dessen Vor- und Nachteile im Vergleich zu den bisher üblichen Anleitungsformen (Bildanleitung und verbale Anweisung) zu betrachten bzw. zu bewerten.

 

Zusätzlich zu den aktuell laufenden Entwicklungsmaßnahmen an der Hochschule Esslingen im Hinblick auf einen manuellen Montagearbeitsplatz der nächsten Generation, wurden die Ergebnisse des Vorgängerforschungsprojektes „Assistenzsysteme für leistungseingeschränkte Menschen in der manuellen Montage (ASLM)“ auf der MOTEK 2013 in Stuttgart einem großen Fachpublikum vorgestellt. Die überwältigende Resonanz der Messebesucher und potentiellen Anwender bestärkt das Forscherteam im Gesamtvorhaben und verdeutlicht die Praxisrelevanz des Lösungsansatzes auf eine aktuelle Fragestellung der Gesellschaft. Erste Systemanfragen aus der Industrie sowie Feldversuche werden gemeinsam mit der Fa. Schnaithmann bearbeitet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen in die aktuellen Entwicklungsinhalte von motionEAP nahtlos ein.Blogbeitrag_131028

Am 23.10.2013 prämierte die Gips-Schüle-Stiftung in Stuttgart das Assistenzsystem aus dem ASLM-Projekt
http://www.hs-esslingen.de/de/aktuelles/aktuelle-meldungen/datum/2013/10/artikel/gips-schuele-sonderforschungspreis-fuer-soziale-innovation-geht-an-das-projekt-assistenzsysteme-f.html 
mit dem Forschungspreis für soziale Innovation. Anhand zweier für Forschungszwecke ausgesuchter industrieller Anwendungsfelder soll nun in motionEAP weiterentwickelt werden. Im Fokus stehen hierbei die Systemrobustheit, um noch besser auf die industriellen Anforderungen eingehen zu können sowie die Gestaltung eines weitestgehend adaptiven Systeminterface zur Integration verschiedenster Leistungsniveaus in die manuellen Arbeitsaufgaben.