System zur Effizienzsteigerung und Assistenz bei Produktionsprozessen

Menschen mit Behinderung

20150519_103258Seit Anfang Mai werden in der GWW (Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH) mit Unterstützung eines Assistenzsystems Schraubzwingen montiert. Dabei montieren MitarbeiterInnen aus den Werken Sindelfingen und Holzgerlingen an einem vom Forschungsprojekt motionEAP entwickelten Montagearbeitsplatz mit Assistenzeinheit Schraubzwingen der Firma Bessey. Diese Projektwochen werden durch Frank Raschhofer (GWW) und durch die Hochschule Esslingen (Liane Bächler, Daniel Heybach und Andreas Bächler) begleitet.

 

20150519_143628Bisher montierten sieben GWW MitarbeiterInnen an dem Montagetisch, wobei diese jeweils einmal durch das Assistenzsystem (projizierte Lichtsignale) und einmal ohne Assistenzsystem (mit Bildern) angeleitet bzw. durch den Montageprozess geführt wurden. Bei der Durchführung mit Assistenzsystem übernimmt zusätzliche eine Tiefenkamera die Kontrolle der einzelnen Ablage- und Prozessschritte. Zurzeit arbeiten vorwiegend MitarbeiterInnen aus dem unteren Leistungsbereich am Montagearbeitsplatz.

 

20150528_093509

Ziel der Projektwochen ist es das Montageassistenzsystem in realer Produktionsumgebung mit leistungsgeminderten Mitarbeitern zu testen und dessen Vor- und Nachteile im Vergleich zu den bisher üblichen Anleitungsformen (Bildanleitung und verbale Anweisung) zu betrachten bzw. zu bewerten.

 

motionEAP-gamesEnde August wurden die vom der Universität Stuttgart (VIS) gemeinsam mit der Korion GmbH entwickelten bewegungsgesteuerten Spiele zur Leistungsermittlung in einem Vortest bei der GWW Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH Sindelfingen evaluiert. Von jedem der elf Probanden wurde alle acht spielerischen Anwendungen getestet.

Diese vereinfachte Leistungsermittlung wird später vor sämtlichen Tests mit den Assistenzsystemen durchgeführt um sicherzustellen, dass die gemessenen Effektgrößen nicht auf natürliche Varianz zurückzuführen sind.

Ein erstes Ergebnis der Studie war, dass die Handerkennung bei Menschen mit Behinderungen oft nicht optimal funktioniert, da die Teilnehmer ihre Hand immer wieder in ungewöhnliche Winkel bringen. In Zukunft wird daher für die Leistungsermittlung eine robustere, haptische Technologie eingesetzt: Der Microsoft PixelSense-Tisch.

Im November 2013 findet die Hauptstudie statt, in der die verbesserten Spiele mit einer deutlich größeren Probandenzahl getestet werden. In dieser Studie wird auch geprüft werden, wie die Ergebnisse der spielerischen Leistungsermittlung mit bestehenden Arbeitseinschätzungen korrelieren (HAMET, Leistungseinschätzung der Leiter in den Werkstätten).