System zur Effizienzsteigerung und Assistenz bei Produktionsprozessen

KORION

Das Institut für Visualisierung und interaktive Systeme (VIS) der Universität Stuttgart entwickelt gemeinsam mit der KORION GmbH die Software für den Prototypen eines neuartigen Assistenzsystems. Der Prototyp der Anwendung kombiniert die 3D-Räume der Tiefensensoren Kinect und LeapMotion. Die Anwendung erkennt die einzelnen Finger beider Hände und erlaubt es, Vorgänge durch einfache Gesten zu steuern. Dabei werden sowohl freie Gesten im Raum erkannt (z. B. das Zeigen mit dem Finger) als auch Berührungen der Arbeitsoberfläche (“Touch-Events”). Zugleich können Videos oder auch interaktive 3D-Räume auf beliebige Flächen projiziert werden.

So wird es beispielsweise möglich, durch einfache Bewegungen das 3D-Modell eines Werkstücks zu drehen oder zu zoomen. In zukünftigen Entwicklungsstufen wird auch Objekterkennung integriert, so dass ein kontext- und produktspezifisches Feedback zu den Vorgängen – z. B. in der manuellen Montage – ermöglicht wird.

Das nachfolgende Video zeigt den aktuellen Funktionsumfang des Prototypen:

motionEAP-gamesEnde August wurden die vom der Universität Stuttgart (VIS) gemeinsam mit der Korion GmbH entwickelten bewegungsgesteuerten Spiele zur Leistungsermittlung in einem Vortest bei der GWW Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH Sindelfingen evaluiert. Von jedem der elf Probanden wurde alle acht spielerischen Anwendungen getestet.

Diese vereinfachte Leistungsermittlung wird später vor sämtlichen Tests mit den Assistenzsystemen durchgeführt um sicherzustellen, dass die gemessenen Effektgrößen nicht auf natürliche Varianz zurückzuführen sind.

Ein erstes Ergebnis der Studie war, dass die Handerkennung bei Menschen mit Behinderungen oft nicht optimal funktioniert, da die Teilnehmer ihre Hand immer wieder in ungewöhnliche Winkel bringen. In Zukunft wird daher für die Leistungsermittlung eine robustere, haptische Technologie eingesetzt: Der Microsoft PixelSense-Tisch.

Im November 2013 findet die Hauptstudie statt, in der die verbesserten Spiele mit einer deutlich größeren Probandenzahl getestet werden. In dieser Studie wird auch geprüft werden, wie die Ergebnisse der spielerischen Leistungsermittlung mit bestehenden Arbeitseinschätzungen korrelieren (HAMET, Leistungseinschätzung der Leiter in den Werkstätten).