System zur Effizienzsteigerung und Assistenz bei Produktionsprozessen

GWW

20150519_103258Seit Anfang Mai werden in der GWW (Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH) mit Unterstützung eines Assistenzsystems Schraubzwingen montiert. Dabei montieren MitarbeiterInnen aus den Werken Sindelfingen und Holzgerlingen an einem vom Forschungsprojekt motionEAP entwickelten Montagearbeitsplatz mit Assistenzeinheit Schraubzwingen der Firma Bessey. Diese Projektwochen werden durch Frank Raschhofer (GWW) und durch die Hochschule Esslingen (Liane Bächler, Daniel Heybach und Andreas Bächler) begleitet.

 

20150519_143628Bisher montierten sieben GWW MitarbeiterInnen an dem Montagetisch, wobei diese jeweils einmal durch das Assistenzsystem (projizierte Lichtsignale) und einmal ohne Assistenzsystem (mit Bildern) angeleitet bzw. durch den Montageprozess geführt wurden. Bei der Durchführung mit Assistenzsystem übernimmt zusätzliche eine Tiefenkamera die Kontrolle der einzelnen Ablage- und Prozessschritte. Zurzeit arbeiten vorwiegend MitarbeiterInnen aus dem unteren Leistungsbereich am Montagearbeitsplatz.

 

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Ziel der Projektwochen ist es das Montageassistenzsystem in realer Produktionsumgebung mit leistungsgeminderten Mitarbeitern zu testen und dessen Vor- und Nachteile im Vergleich zu den bisher üblichen Anleitungsformen (Bildanleitung und verbale Anweisung) zu betrachten bzw. zu bewerten.

 

Auf der diesjährigen Werkstättenmesse vom 12.03.2015 bis 15.03.2015 konnten sich die Besucher ein Bild von unserem Prototypen des Assistenzsystems für den manuellen Montagearbeitsplatz am Stand der GWW machen.

In der Demo gab es einen vereinfachten Montageablauf mit Lego-Duplo Steinen, den die Besucher mit Hilfe der projizierten Instruktionen abarbeiten konnten. Gleichzeitig hat eine Tiefenkamera kontinuierlich die Ergebnisse kontrolliert, kontextspezifische Unterstützung geliefert sowie die Anleitung erst nach einer korrekten Montage weitergeschaltet.

Wir bedanken uns bei allen Besuchern für das durchweg positive Feedback zum Projekt und zum gezeigten System.

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Vom 13. bis 16. März 2014 konnten sich die über Werkstättenmesse-2-sm 21.000 Besucher auf der Werkstätten:Messe in Nürnberg über Angebote von Werkstätten für behinderte Menschen informieren. Die GWW – Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH war einer der insgesamt 234 Aussteller in diesem Jahr.

Während viele Aussteller Produkte aus den Werkstätten zum Verkauf anboten, legte die GWW ihren Schwerpunkt auf das Kooperationsprojekt motionEAP. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft geförderte Kooperationsprojekt wurde zu dem zur Werkstätten:Messe ausgeschriebenen exzellent:Kooperation Preis eingereicht. Wir freuen uns, dass die GWW mit ihren Projektpartnern für den Preis nominiert wurde und damit zu den besten drei in dieser Kategorie gehört.

Die Jury begründete ihre Auswahl wie folgt:

Werkstättenmesse-3-sm„Gemeinsam entwickeln die Partner mit „motionEAP” eine zielgerichtete Unterstützung insbesondere leistungsgeminderter Mitarbeiter bei Produktionstätigkeiten. Das System erfasst, wie die Arbeitsschritte ausgeführt werden, und weist auf Fehler hin. So können Produktqualität und Prozessstabilität verbessert werden. Zugleich unterstützt motionEAP durch den Einbezug ergonomischer Aspekte ein gesundes Arbeitsverhalten und beugt verschleißbedingten Erkrankungen vor. Das System kann individuell auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter eingehen und sicherstellen, dass es zu keiner Überforderung oder Überlastung kommt. Die Kooperation überzeugt durch ihre Kooperationstiefe und -komplexität, sowie der Tatsache, dass alle Kooperationsteilnehmer Know-how einbringen, um gemeinsam von den Ergebnissen zu profitieren.“

motionEAP-gamesEnde August wurden die vom der Universität Stuttgart (VIS) gemeinsam mit der Korion GmbH entwickelten bewegungsgesteuerten Spiele zur Leistungsermittlung in einem Vortest bei der GWW Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH Sindelfingen evaluiert. Von jedem der elf Probanden wurde alle acht spielerischen Anwendungen getestet.

Diese vereinfachte Leistungsermittlung wird später vor sämtlichen Tests mit den Assistenzsystemen durchgeführt um sicherzustellen, dass die gemessenen Effektgrößen nicht auf natürliche Varianz zurückzuführen sind.

Ein erstes Ergebnis der Studie war, dass die Handerkennung bei Menschen mit Behinderungen oft nicht optimal funktioniert, da die Teilnehmer ihre Hand immer wieder in ungewöhnliche Winkel bringen. In Zukunft wird daher für die Leistungsermittlung eine robustere, haptische Technologie eingesetzt: Der Microsoft PixelSense-Tisch.

Im November 2013 findet die Hauptstudie statt, in der die verbesserten Spiele mit einer deutlich größeren Probandenzahl getestet werden. In dieser Studie wird auch geprüft werden, wie die Ergebnisse der spielerischen Leistungsermittlung mit bestehenden Arbeitseinschätzungen korrelieren (HAMET, Leistungseinschätzung der Leiter in den Werkstätten).