System zur Effizienzsteigerung und Assistenz bei Produktionsprozessen

Romina Kettner

Als ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Projekt gehörte motionEAP zu den ausgewählten Projekten, die sich auf der Konferenz “Digitale Innovationen für die Industrie” am 13.10.2016 in Berlin vorstellen durften. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Ergebnisse des Technologieprogramms “AUTONOMIK für Industrie 4.0″. Dabei ging es um die zukünftige Gestaltung, die Akzeptanz, den Einsatz digitaler Produkte und Systeme in der Industrie. Passend zum Thema präsentierte motionEAP die adaptive Projektionsassistenz für den Zusammenbau eines Anlassers. Diese Demonstration führte im Rahmen der begleitenden Ausstellung zu anregenden Diskussionen, interessanten Fachgespräche und viel versprechendem Networking. Die eintägige Konferenz bot Herstellern, Anwendern, Dienstleistern, Wissenschaftlern und Branchenvertretern eine Plattform für den Informations- und Wissensaustausch. Mit geballter Expertise wurden Fragen wie Was ändert sich in der Arbeitsorganisation und am Arbeitsplatz“, „Wie arbeiten Menschen und Roboter künftig sicher zusammen?“ „Welche neuen Geschäftsmodelle können durch Industrie 4.0 entstehen?“ oder „Welche Rechtsfragen werden durch die neuen Entwicklungen aufgeworfen?“ erörtert. So diskutierte motionEAP im Rahmen des Panels Arbeiten in der Industrie 4.0 von morgen: Neue Organisationsstrukturen und Qualifikationsprofile gemeinsam mit dem Schwesterprojekt APPsist und Prof. Dr. Hartmut Hirsch-Kreinsen von der TU Dortmund.

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Die Hannover Messe 2016 gehört wie jedes Jahr zu den wichtigsten Veranstaltungen im Bereich Innovation, Technik und Wirtschaft weltweit. Durch den Besuch von US-Präsident Barack Obama, der zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Messe eröffnete, genoss sie dieses Mal jedoch noch weitaus mehr internationale Aufmerksamkeit.

Auch motionEAP war sowohl mit einer Demonstration, als auch einer Präsentation vertreten. Auf dem Wissenschaftsstand des Bundeslands Baden-Württemberg konnten verschiedene Exponate der Universität Stuttgart bestaunt werden, wozu auch die Projektionen auf den Werkstückträger im Rahmen von motionEAP gehörte. Neben zahlreichen lokalen Interessenten aus Wissenschaft und Wirtschaft, erfreute sich motionEAP insbesondere bei US-amerikanischen Besuchern großer Beliebtheit. Dies führte zu vielen fruchtbaren Gesprächen und noch mehr positiven Rückmeldungen.

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(Fotos © Dieter Meyer)

Das große Thema des Workshops „Service-orientierte Architekturen für Industrie 4.0“ war der Umgang mit dem Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 (RAMI 4.0). Dazu hatte das Institut für Innovation und Technik (iit) der VDI/VDE-Innovation + Technik GmbH in Berlin zu einem gemeinsam Erfahrungsaustausch eingeladen.
Um zunächst einen Überblick über die vorgestellten Referenzarchitekturmodell zu gewinnen, gaben Prof. Dr. Reiner Anderl (TU Darmstadt) und Dr. Lutz Jänicke (PHOENIX CONTACT Cyber Security AG) Impulsvorträge. Im Anschluss an eine kurze Diskussion zum allgemeinen Kontextverständnis dieser Modelle, präsentierten neben motionEAP auch die Projekte APPsist und InnoCyFer ihre persönliche Einordnung und sprachen über die Stärken und Schwächen der Architektur. Da es sich bei der RAMI 4.0 um eine Art „Work in Progress“ handelt, ergaben sich aus den subjektiven Einordnungsvorschlägen sehr interessante Fragen, die für die Weiterentwicklung der Modelle hilfreich sein könnten. So konnten auch in den moderierten Diskussionen in kleineren Gruppen zentrale Ergebnisse erarbeitet werden. Als Grundlage dienten dabei die folgenden Fragen:

(1)    Inwieweit ist die Vision der Industrie 4.0 hinsichtlich der Selbst-Organisation und Selbst-Optimierung in den Projekten bereits realisiert?

(2)    Inwieweit bieten die Referenzarchitekturmodelle Hilfestellung bei der Umsetzung von security-by-design Prinzipien?

(3)    Referenzarchitekturen vs. Innovation: Vorteile oder Hindernisse?

Anhand dieser Aspekte zeigte sich, dass motionEAP bereits einen großen Schritt in Richtung der Selbst-Optimierung getan hat und auf dem Weg zur Selbst-Organisation ist. Die Idee innovative einer RAMI 4.0 ist in der Weiterentwicklung auch für motionEAP eine gute Möglichkeit andere Projekte zu finden, die sich ähnlich einordnen und eine gemeinsame kollaborative Wissensbasis im Sinne einer Kooperation aufzubauen.
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Im Rahmen des viel beachteten Kongresses „Arbeiten in der digitalen Welt“ war motionEAP neben InSA und appsist eines von drei beispielhaften Projekten für kontextbasierte Assistenzsysteme, welche in dem Technologieprogramm „Autonomik für die Industrie 4.0“ gefördert werden. Als zentrales Thema galt die Frage zu beantworten, inwieweit ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen zukünftig auf die „Digitalisierung der Arbeitswelt“ reagieren müssen bzw. können und sie in den Arbeitsalltag integriert werden kann. Dabei fanden verschiedene Sichtweisen aus Bildung, Politik, Wirtschaft und Sozialpartnern Beachtung, wie in mehreren Vorträgen und Diskussionen zu hören war.
In einer zweiten Talkrunde wurden somit auch Aspekte rund um „Neue Arbeitsplatzmodelle, Mensch-Technik-Interaktion, technische Assistenzsysteme, industrielle Serviceroboter und digitale Medien (Augmented Reality)“ diskutiert. Dazu waren angesehene Gäste aus Forschung und Wirtschaft eingeladen, wie Dr. Constanze Kunz (IG Metall), Dr. Eckhard Wellbrock (ThyssenKrupp System Engineering GmbH), Prof. Dr. Christoph Igel (DFKI), Adjunct Prof. Dr. Yves-Simon Gloy (RWTH Aachen) und Prof. Dr. Albrecht Schmidt (Universität Stuttgart).
Dabei setzte sich diese sogenannte „Elefantenrunde“ mit der Digitalisierung der Arbeitswelt auseinander und beleuchtete die damit einhergehenden Chancen und Herausforderungen.
Prof. Dr. Albrecht Schmidt stellte dabei die variable Einsetzbarkeit und Adaptivität von motionEAP in den Fokus, was insbesondere in Hinblick auf leistungsgeminderte MitarbeiterInnen enorme Vorteile bringe. Darüber hinaus berichtete er von den Erfahrungen, dass das User-Centered Design stärkere Berücksichtigung finden müsse, um den Erwartungen gerecht zu werden, dass der Mensch auch weiterhin im Mittelpunkt technologischer Entwicklungen stehen werde.
Die Unterstützung von motionEAP zur Förderung von Erfahrungswissen sei dahingehend auch ein wichtiger Aspekt, da hier das Wissen eines Nutzers zur Wissenskonsolidierung für andere MitarbeiterInnen diene. Das menschliche Erfahrungswissen in die Maschinensprache zu transferieren und für sie erlernbar zu gestalten beschrieb Prof. Schmidt als eine der wesentlichen Herausforderungen, derer man sich im Kontext der „Digitalisierung der Arbeitswelt“ stelle müsse.

Das Projekt motionEAP ist ein wichtiges Beispiel für den Fortschritt, der im Rahmen der Entwicklung von Assistenzsystemen zu beobachten ist.
Eine Aufzeichnung der Diskussionsrunde zum Kongress „Arbeiten in der digitalen Welt“ finden Sie unter folgendem Link: https://www.youtube.com/watch?v=o_1Tv3RoEZ0&feature=youtu.be&t=4621 Kongress "Arbeiten in der digitalen Welt"